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Szene "Handwerkergruppe"

Dauer

4 Minuten

Vorbereitungszeit

2-3 UE

Anzahl Rollen

6

Alter

ab 9 Jahren

Sprachniveau

mittel

Art der Szene

lustig

Requisiten

Schriftrollen für Skripten

Einleitung

Man muss nur darauf achten, dass es viele Rollen gibt und daher die Schauspieler sehr gut aufpassen müssen, um ihren Einsatz nicht zu verpassen. Die Kinder müssen dabei nicht nur ihren Text wissen, sondern auch den Text der anderen sehr gut können, um ihr Stichwort nicht zu überhören.

Wenn das nicht gut funktioniert, dann gibt es “Hänger” und der Wortwitz kann sich nicht entfalten.

Diese Szene eignet sich eigentlich für jedes Alter, da sie einen sehr lustigen Inhalt hat und die Charaktere komplett verschieden sind.

Informationen zum Stück - Ein Sommernachtstraum (Shakespeare)
Hintergrundwissen zum Autor - William Shakespeare


Referenzaufführung für die Probenarbeit

https://youtu.be/fzdQo9H_CPQ

Einblicke in die Probenarbeit mit Kindern

https://youtu.be/aZMVO0R1eZs

Tipps vom Regisseur

https://youtu.be/bmLQ2lmU7EE

Kontext

Anzahl der Akte: 5
Position: 1. Akt, 1. Szene. Insgesamt besteht der 1. Akt aus 2 Szenen.

Wir befinden uns relativ am Anfang der Handlung. Die Handwerkergruppe will im Wald das Theaterstück “Pyramus und Thisbe” einstudieren, um es auf der Hochzeit von Theseus, dem König von Athen und Hippolyta, der Amazonenkönigin aufzuführen.

Rollen

Die Handwerker

Der Zimmermann Peter Squenz wird im dargebotenen Stück den Prolog spielen. Zettel, der Weber, stellt Pyramus dar, Flaut, der Blasebalgflicker, spielt Thisbe, die Geliebte von Pyramus. Tom Schnauz, der Kesselflicker, ist die Wand, Schlucker, der Schneider, spielt den Mondschein und Schnock, der Tischler, den Löwen.

Peter Squenz: Verteilt die Rollen des Theaterstücks, spielt selbst Thisbes Vater.

Schnock: Schreiner, soll den Löwen spielen, weil er sich nicht gut Text merken kann.

Klaus Zettel: Weber, soll die Rolle von Pyramus übernehmen, meldet sich ständig freiwillig für weitere Rollen. (Zettel ist laut Shakespeare Forscher Charles Knight der Repräsentant für die ganze Menschheit. Sein Vertrauen in die eigene Kraft ist immer gleich gefestigt. Auch andere Literaturwissenschafter sehen die den Zettel als herausragende Figur, als “echtes Original, ein Komiker, eher als ein Narr.” Für jede Situation findet er gleich eine Lösung. Er ist es ja, der später durch Puck irrtümlich in einen Esel verwandelt wird.

Franz Flaut: Bälgenflicker (vermutlich ein alter Begriff für jemanden, der Ledersachen repariert), soll die Rolle der Thisbe spielen, will aber keine Frauenrolle spielen.

Thoms Schnauz: Kesselflicker, soll Pyramus’ Vater spielen.

Matz Schlucker: Schneider, soll Thisbes Mutter spielen.

Handlung

Squenz, der Leiter der Theatertruppe, versucht die Rollen für das Theaterstück zu verteilen, was nicht ganz unkompliziert verläuft. Sie sind alle sehr aufgeregt weil es das erste Treffen dieser Art ist.

Zettel ist sehr exzentrisch und hält sich für den begabtesten Schauspieler. Er würde am liebsten alle Rollen selber spielen. Schnock ist etwas einfältig, er tut sich sogar dabei schwer, den Text des Löwen zu lernen.


Text

SQUENZ, SCHNOCK, ZETTEL, FLAUT, SCHNAUZ und SCHLUCKER treten auf.

Eine Stube in einer Hütte.

SQUENZ.
Ist unsre ganze Truppe beisammen?

ZETTEL.
Es wär am besten, Ihr riefet alle auf.

SQUENZ.
Hier ist der Zettel von jedermann, der in ganz Athen für tüchtig gehalten wird, in unserm Zwischenspiel vor Fürst und Fürstin zu spielen, an ihrem Hochzeitstag zu Nacht.

ZETTEL.
Erst, guter Peter Squenz, sag uns, wovon das Stück handelt; dann lies die Namen der Akteure vor und komm so zur Sache.

SQUENZ.
Sappalot, unser Stück ist - die höchst klägliche Komödie und der höchst grausame Tod des Pyramus und der Thisbe.

ZETTEL.
Ein sehr gutes Stück, ich sag's euch! Und lustig! - Nun, guter Peter Squenz, ruf die Akteure nach dem Zettel auf. - Meister, stellt euch auseinander!

SQUENZ.
Antwortet, wie ich euch rufe! - Klaus Zettel, der Weber.

ZETTEL.
Hier! Sagt, was ich für einen Part habe, und dann weiter.

SQUENZ.
Ihr, Klaus Zettel, spielt den Pyramus.

ZETTEL.
Was ist Pyramus? Ein Liebhaber oder ein Tyrann?

SQUENZ.
Ein Liebhaber, der sich vor Liebe umbringt.


SQUENZ.
Franz Flaut, der Bälgenflicker!

FLAUT.
Hier, Peter Squenz.

SQUENZ.
Flaut, Ihr müsst Thisbe über Euch nehmen.

FLAUT.
Was ist Thisbe? Ein irrender Ritter?

SQUENZ.
Es ist das Fräulein, das Pyramus lieben muss.

FLAUT.
Nein, meiner Seel, lasst mich keine Weiberrolle machen; ich kriege schon einen Bart.


ZETTEL.
Gebt mir Thisbe auch. Ich will mit 'ner feinen Stimme reden: „Thisbe, Thisbe! - Ach, Pyramus, mein Liebster schön! Deine Thisbe schön und Fräulein schön!“

SQUENZ.
Nein, nein! Ihr müsst den Pyramus spielen und Flaut, Ihr, die Thisbe.
Matz Schlucker, der Schneider!

SCHLUCKER.
Hier, Peter Squenz.

SQUENZ.
Matz Schlucker, Ihr müsst Thisbes Mutter spielen.
Thoms Schnauz, der Kesselflicker!

SCHNAUZ.
Hier, Peter SQUENZ.

SQUENZ.
Ihr, des Pyramus Vater, ich selbst Thisbes Vater; Schnock, der Schreiner, Ihr des Löwen Rolle. Und so wäre dann halt alles geritzt.

SCHNOCK.
Habt Ihr des Löwen Rolle aufgeschrieben? Bitt Euch, wenn Ihr sie habt, so gebt sie mir; denn ich habe einen schwachen Kopf zum Lernen.

SQUENZ.
Es ist nichts wie Brüllen.


ZETTEL.
Lasst mich den Löwen auch spielen. Ich will brüllen, dass es einem Menschen im Leibe wohl tun soll, mich zu hören. Ich will brüllen, dass der Fürst sagen soll: „Noch mal brüllen! Noch mal brüllen!"

SQUENZ.
Ihr könnt keine Rolle spielen als den Pyramus. Denn Pyramus ist ein Mann mit einem süßen Gesicht, ein hübscher Mann, wie man ihn nur an Festtagen verlangen kann, ein charmanter, artiger Kavalier. Derhalben müsst Ihr den Pyramus spielen.

ZETTEL.
Gut, ich nehm's auf mich. In was für einem Bart könnt ich ihn wohl am besten spielen?

SQUENZ.
Nu, in was für einem Ihr wollt.


SQUENZ.
Hier, Meister, sind eure Rollen, und ich muss euch bitten, ermahnen und ersuchen, sie bis morgen Nacht auswendig zu wissen. Trefft mich in dem Schlosswald, eine Meile von der Stadt, bei Mondschein: da wollen wir probieren.

Ich bitt euch, bleibt mir ja nicht aus.

ZETTEL.
Wir wollen kommen, und da können wir recht unverschämt und herzhaft probieren. Gebt euch Mühe! Könnt eure Rollen perfekt! Adieu!

SQUENZ.
Bei des Fürsten Eiche treffen wir uns.

ZETTEL.
Dabei bleibt's, es mag biegen oder brechen!


Sprache

Erläuterungen / Glossar

Ist unsre ganze Truppe beisammen?

Eine Schauspieltruppe, eine Gruppe

Es wär am besten, Ihr riefet alle auf.

Konjunktiv, wird heute nicht mehr so verwendet. Wir würden sagen: Es wäre am besten, ihr ruft alle auf.

Hier ist der Zettel von jedermann, der in ganz Athen für tüchtig gehalten wird, in unserm Zwischenspiel vor Fürst und Fürstin zu spielen, an ihrem Hochzeitstag zu Nacht.

Hier ist die Rollenverteilung der besten Laien-Schauspieler in Athen.

Sie sollen nur ein kurzes Theaterstück bzw. eine Szene spielen, hier nennen sie es Zwischenspiel.

dann lies die Namen der Akteure vor

Akteure sind Schauspieler bzw. gemeint sind die Rollen

die höchst klägliche Komödie und der höchst grausame Tod des Pyramus und der Thisbe

Pyramus und Thisbe sind ein babylonisches Liebespaar, das sich aufgrund der Feindschaft ihrer Eltern nicht sehen darf. Die einzige Möglichkeit, miteinander zu kommunizieren, stellt ein Spalt in einer Wand dar, die die Mitte der Häuser bildet, in denen auf der einen Seite Pyramus mit seinen Eltern und auf der anderen Seite Thisbe mit ihren Eltern leben. Das war auch die Vorlage für Romeo und Julia.

Hier! Sagt, was ich für einen Part habe

gemeint ist: welche Rolle ich habe.

Bälgenflicker

er repariert alte Bälge aus Tierhäuten (siehe Blasebalg)

Weiberrolle machen; ich kriege schon einen Bart;

Hier spielen nur Männer Theater und einer muß die weibliche Rolle der Thisbe Übernehmen. Das will er nicht, da er schon einen Bart bekommt. Die Bezeichnung “Weiberrolle” ist für uns nicht mehr so üblich, muss aber im Kontext verstanden werden.

Schnock, der Schreiner, Ihr des Löwen Rolle

wir würden sagen: “die Rolle des Löwen”.

Es ist nichts wie Brüllen;

wir würden sagen: es ist nur brüllen!

Denn Pyramus ist ein Mann mit einem süßen Gesicht, ein hübscher Mann, wie man ihn nur an Festtagen verlangen kann, ein charmanter, artiger Kavalier;

gemeint ist einfach ein besonders attraktiver und höflicher Mann

Derhalben müsst Ihr den Pyramus spielen

deshalb

Textarbeit

  1. Geschichte: Wer sind sie? Sie sind unerfahrene Arbeiter und wollen ein Stück probieren.

  2. Was ist Handwerk? Was ist Handwerk heute?

  3. Wer sind die einzelnen Charaktere?

  4. Szene ist unterteilt

  5. Darstellung als Pantomime

  6. Darstellung in eigenen Worten

  7. Text laut lesen und spielen, siehe Kapitel Textarbeit

Szenarien

Zettel und Peter Squenz sitzen im Gasthaus und beschließen, für die Hochzeit des Herzogs ein Stück einzustudieren. Worüber reden sie? Welche Ideen haben sie?

Flaut und Schnauz gehen zur Probe und unterhalten sich darüber, was auf sie zukommt. Flaut ist etwas nervös, weil er noch nie Theater gespielt hat. Worüber unterhalten sie sich?

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